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Thailand

Kamphaeng Phet Coronavirus Covid-19 in Thailand

Giacomettis in Thailand – der Stuck der Buddha-Statuen ist in Jahrhunderten verwittert und die Lateritskelette ragen in den Himmel. Vor Jahren lag ein Buddha-Haupt am Boden, gefallen wie viele Königreiche. Erinnert man sich an die markanten Khmer-Buddhas, hat in der Sukhothai-Periode der Thaikunst eine Revolution stattgefunden.

Es ist eigenartig: Manche Städte Thailands werden von Touristen kaum frequentiert. Sie liegen verkehrsgünstig, ihre kulturellen Schätze werden liebevoll gehegt und dennoch werden sie fast nur von einheimischen Besuchern bevorzugt.

So führt Kamphaeng Phet einen touristi schen Dornröschenschlaf am Ping-Fluß, ca. 80 km südwestlich von Sukhothai und nur einen Steinwurf abseits der Hauptroute Bangkok-Chiang Mai. Unbegreifbar und ganz zu Unrecht, denn diese Unterhauptstadt des Sukhothai-Reiches kann mit den Highlights wie Si SatchanalaiPhitsanulok oder gar Sukhothai selbst konkurrieren.

Lage und Bezeichnungen der verschiedenen Stadtteile, der Befestigungsanlagen und sakralen Bauwerke sind zunächst unübersichtlich und kompliziert, weil Reiseführer sich nicht einigen können. Älteren Thailandführern von Achille Clarac oder den Apas Guides verzeiht man, aber wenn neue wie Baedeker Reisende umherirren lassen, ist das Schlamperei. Richten wir uns nach dem Faltblatt der archäologischen Abteilung des “Fine Arts Department”, entwirren das Geflecht und mutmaßen ein wenig.

Die Stadt ist mindestens 750 Jahre alt, aber die Frühgeschichte ist ungeklärt. Auf dem riesigen Ausgrabungsgelände von 2047 Rai (ca. 385 ha) lassen die Ruinen den Glanz einer der blühensten Städte des Sukhothai-Reiches erahnen, geben aber nicht alle Geheimnisse preis. Wahrscheinlich ist König Jaisiri etwa um 1188 dem Ansturm der Mon auf seine Hauptstadt Jaiprakarn, dem heutigen Fang, wegen militärischer Unterlegenheit ausgewichen und hat eine Vorgängerin von Kamphaeng Phet gegründet.

Die Broschüre stützt sich auf die Chronik “Tamnan Singhonawatkuman” und verlegt die Flucht auf das Jahr 1004. Aber da muß sich der Druckteufel eingeschlichen haben, denn nach anderen Unterlagen intensivierte Jaisiri zwischen 1200 und 1205 seine Beziehungen zur südchinesischen Song-Dynastie und verlegte sich auf einen lukrativen Karawanenhandel.

Man kann die Niederlassung nicht lokalisieren und Stadtgräben und Wälle auf der Nakhon Chum-Seite bei Traitrung zeitlich nicht fixieren. Auch die Chronik Chinakalmalipakorn verweist auf eine Besiedlung vor 1257 mit dem Namen Ban Khon. Das könnte sich als Ort südlich von Thep Nakhon mit der Bezeichnung Khonti an der östlichen Seite des Ping herausstellen.

Mit Sicherheit wurde Kamphaeng Phet während der Sukhothai-Periode am Westufer des Flusse im 13. und 14. Jh. gebaut und König Li Thai hat in Nakhon Chum 1357 einen Buddha-Tempel errichtet. Dieser König kümmerte sich ohnehin mehr um religiöse als um politische Angelegenheiten. Er verfaßte ein Standardwerk über die buddhistische Kosmologie mit den “Geschichten von den drei Welten”, beschäftigte sich mit Astronomie und erneuerte den Kalender der Thais. 1361 zog er sich in ein Kloster zurück und erhielt nach seinem Tode 1370 den religiösen Titel Tammaraja, der “Fromme König”.

Unter dem starken Einfluß des Buddhismus aus Sri Lanka war er in seinem Glaubenseifer dem Ansturm der von Rama Tibodi gegründeten, besonders aktiven Dynastie von Ayutthaya nicht gewachsen.

Sein Sohn und Nachfolger Tammaraja II. regierte bereits als Statthalter des ehemaligen VasallenKönig Li Thai wird neben dem Ausbau von Nakhon Chum am westlichen, rechten Ufer des Ping Kamphaeng Phet auch am Ostufer neu begründet haben, denn beide Stadtteile waren Garnisonen von Sukhothai. Der östliche Teil hieß während der Ayutthaya-Periode Chakangrao.

Die ständigen Kämpfe in den folgenden Jahrzehnten zwischen Khmer, Thais und Burmesen waren totale Kriege. Nicht nur Städte und Reiche wurden ausgeplündert, niedergebrannt und vernichtet, ganze Völkerschaften wurden entführt und in entlegene Gebiete ausgesiedelt. Kamphaeng Phet spielte als stark befestigter Vorposten zum Lanna Thai-Königreich – Land der Millionen Reisfelder – von Chiang Mai und zu Burma eine wichtige Rolle. Erstaunlich, was trotz Zerstörung, Raub und Plünderung noch erhalten ist!

Eilige Besucher werden die Ruinen von Nakhon Chum vernachlässigen, aber im ummauerten Bezirk von Chakangrao das Fluidum einer Epoche aufnehmen wollen. Vom Wat Phra That mit den abstrakten Laterit-Torsos sind es nur Schritte bis zum Wat Phra Keo:

Zwischen Ruinen und Bäumen legen drei Buddhas Zeugnis ab von einer Revolution des Ausdrucks, denn nach den politischen Siegen der Thais entsteht mit einer neuen Gesellschaft eine andere Kunst. Wie ihre Architektur den Stein aufgibt zugunsten der mit Stuck verputzten Backsteine, führen veränderte Materialien in der noch eigenschöpferischen Statuenkunst Sukhothais zu abgeklärten und heiteren Formen.

Die lokale Ausprägung in Kamphaeng Phet ist gleichzeitig weich in der Modellierung und hart durch scharfkantige Details. Sie gehört – wie Helmut Uhlig sagt – “zu dem ersten Mischstil Südostasiens, der aus indischenceylonesischenchinesischen und von den Mon und Khmer geprägten heimischen Elementen eine der großen Spätleistungen südostasiatischer Kultur ist”. Und tatsächlich: Es ist gar nicht so abwegig, wenn man empfindet, ein Hauch von Olympia durchwehe den Hain.

Nach einem Blick in das kleine, aber mit Meisterwerken aller Kunstepochen ausgestattete Museum, wird man nordwestlich der Festungen aus massiven, einst mit Laterit – daher Diamant-Mauer – bedeckten, ca. sechs Meter hohen Erdwällen dem äußeren Historical Park zustreben. Auch hier erlebt man den Kontrast zwischen verwitterten Lateri-Buddhas und vollendeter Sukhothai-Kunst.

Im Wat Pa Meud hat der Steinmetz mit sparsamsten Mitteln das herbe Antlitz des Buddha geformt. Seine verhaltene Kraft und Spannung rückt das Bildwerk in die Nähe archaischer griechischer Skulpturen. Der unversehrte, stehende Kolossalbuddha im zentralen, rechteckigen Sanktuarium des Wat Phra Si Iriyabot ist eine Meisterleistung der Epoche. Das Wat erhielt seinen Namen – si=vier, iriyabot=Haltung – nach den vormals in liegender, sitzender, schreitender und stehender Körperhaltung dargestellten Buddhas.

Im Wat Chang Rob kann man vielleicht am besten die Arbeit der Maurer, Steinmetze und Stukkateure nachempfinden. Der quadratische Unterbau des ehemaligen Chedi ist recht gut erhalten. Aus dem Sockel ragen 68 Elefanten-Vorderkörper aus Laterit hervor, die einmal lebensnah von Stuck überzogen waren. Die etwa 1½ m hohen Tiere wirken wie Karyatiden antiker griechischer Tempel, aber ihre Kunstform stammt aus Sri Lanka. Zwischen ihnen zieren hier und da Tafeln aus Stuck mit Dämonen und Bodhi-Bäumen das Mauerwerk.

Vier symmetrisch angeordnete steile Treppen führen zum Oberbau; vom glockenförmigen Chedi ist nur noch die untere Umrandung mit Resten einer Stuckausschmückung zu sehen.

Treffend sagt Achille Clarac: “Auf der einen Seite des Chedis sind noch zwölf dieser Elefanten in gutem Zustand erhalten. Ihre untersetzten, aber edlen und elegant dekorierten Gestalten versteifen die massige Lateritbasis, in die sie eingefügt sind, und lockern sie zugleich auf. Die hierdurch erzeugte Wirkung erinnert an die Traditionen der Khmer-Kunst, doch kommt eine Nuance von größerer Geschmeidigkeit hinzu.”

Rainer Pollmeier

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Thailand

Pattaya Coronavirus Covid-19 in Thailand

Pattaya teilt mit vielen anderen berühmten Urlaubsorten seine Herkunft und seinen Aufschwung. Noch Mitte der 50er Jahre war es ein Fischerdorf von mäßiger Bedeutung an der Östküste des Golfs von Thailand.

Pattaya ist als Urlaubsort ebenso jung wie Thailand insgesamt als Urlaubsziel. Die Amerikaner haben es entdeckt, als sie in Vietnam Krieg führten. Damals schickten sie ihre Soldaten nach Bangkok und an den friedlichen Urlaubsstrand um sie für eine Urlaubswoche lang den Krieg vergessen zu lassen.

Heute ist Pattaya Thailands bekanntester und aktivster Ferien-ort. Strahlende Sonne, blaues Meer, junge Leute, ein in mehreren Stadtteilen konzentriertes, bunt schillerndes Nachtleben und ständig neue komfortablere Hotels, sorgen für einen ungebrochenen Aufschwung. Vielleicht empfindet der Europäer Pattaya auch heute noch als ein bißchen zu schnell gewachsen und zu amerikanisch, aber das ist Geschmacksache. Die weite Skala der Ferienvergnügen, auch wie wir sie uns vorstellen, wird jedenfalls geboten.

Was man beim Aufenthalt in Pattaya auf gar keinen Fall versäumen darf, ist ein Besuch auf den vorgelagerten Inseln. Eine Stunde Fahrt auf einem behäbigen Fischerboot und ein Südseetraum wird wahr. Die dicken Motorboote ankern 80 Meter vom Strand entfernt, und die lachenden Urlauber waten an Land durch kristallklares, smaragdgrünes, 25ºC warmes Wasser. Zu den Inseln gibt es arrangierte Tagesausflüge, aber am besten ist es, wenn man selbst mit ein paar Freunden oder Bekannten ein Fischerboot für 8-10 Personen mietet, das für etwa 40 Dollar pro Tag zu haben ist (Getränke extra).

Unterm Sonnensegel zu liegen, Bier und Limonade aus der Eisbox zu ziehen, durch das kristallklare Wasser zum schneeweißen Strand hinüber zu schwimmen, den Südseestrand mit all seinen Grünschattierungen zu bewundern und dann frischgefangene Langusten oder wohlschmeckende Fische am Feuer zu brutzeln, das ist schon Urlaub, wie man sich ihn vorstellt, auch wenn es nicht mehr viel mit Robinson Crusoe zu tun hat.

Wer die Ursprünglichkeit sucht, kleine einsame Buchten mit kristallklarem Wasser, die kaum erschlossen sind, muß die Küste noch etwas weiter hinunterfahren. Ein gutes Beispiel bietet Chong Same San. Dieser entzückende Fischerhafen ist allerdings nicht ganz leicht zu finden. Er liegt an einer Nebenstraße der Nationalstraße Nr. 3 und an einer Nebenstraße der Nebenstraße. Sicherlich ein Grund für seine Unberührtheit.

Dennoch, die Fischer sind hier für den Fremdenverkehr schon ein bißchen eingerichtet. Sie fahren für einen vernünftigen Lohn zu den vorgelagerten fünf Inseln, wovon jede für sich ein kleines Paradies darstellt. Aber Vorsicht, auch dieses Paradies hat seine Tücken. Die Strömungen sind hier gefährlich und man sollte nicht zu weit hinausschwimmen.

Inselparadiese
Die Insel Larn ist wohl das popu-lärste Ziel eines Tagesausflugs von Pattaya . Wegen des hohen Besucherandrangs, den vielen Booten und Wasserscooters und den strammen Preisen in den Strandrestaurants, sind viele Touristen oft recht enttäuscht von diesem Ausflug.

Weit hübscher und ruhiger ist die Insel Pai. Ko Pai steht unter dem speziellen Schutz der Marine und niemand ist erlaubt dort zu wohnen oder zu übernachten. Keine schlechte Idee, denn dies bewahrt die paradiesischen Strände vor einer sonst schnell umsichgreifenden Kommerzialisierung. Falls Sie dorthin gehen, folgen Sie bitte den Nationalparkvorschriften und hinterlassen Sie nur Ihre Fußabdrücke. Nach Ko Pai ist es etwa doppelt so weit wie nach Ko Larn. Nach rund zwei Stunden erreichen Sie die Insel.

Ankern Sie in einer der hübschen kleinen Buchten und Sie sind ganz allein. Ein Kalksteinfelsen ragt 150 Meter aus dem Wasser und ist die höchste Erhebung. Das Meer ist ruhig und klar und sie haben beste Tauch- und Schnorchelgründe mit seltenen Korallen und exotischen Meerestieren. Doch nehmen Sie sich in acht vor den stacheligen Seeigeln.

Rings um Ko Pai gibt es kleinere Eilands, wovon Ko Leum mit 1,5 km Länge, 143 Meter Höhe und einem eigenen Korallenriff noch das größte ist. Ebenfalls bekannt wegen seiner guten Tauchgründe ist Ko Huchang. Ko Manwichai liegt 5 km weiter südlich und dort kommen immer regelmäßig Wasserschildkröten ans Land um ihre Eier zu legen. Zuletzt ist da noch Ko Klungbadan, knapp 100 Meter lang und mit zwei Erhebungen von je 50 Meter.

Diese Inseln zu umseegeln ist wirklich ein interessantes Erlebnis. Selbst die Fahrt auf einem gecharterten Fischerboot ist ein kleines Abenteuer. Werfen Sie den Angelhaken aus und Sie können mit einem guten Fang rechnen. Manche Fischerboote haben einen kleinen Holzkohlenofen dabei, worauf Sie die Fische sofort grillen können.

Ko Samet
Die Insel Samet an der Ostküste des Golfs von Thailand ist 230 Kilometer von Bangkok entfernt und mit dem Boot in 40 Minuten vom Festland erreichbar.

Sechs Kilometer lang, hügelig und bewaldet, besitzt Samet an der Ostseite mit Haat Sai Kaeo, Tubtim, Chaw, Wong Duan und Seahorse Beach strahlend weiße Strände mit kristallklarem Wasser. Sie haben beste Möglichkeiten zum Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen und Faulenzen. Störungen durch Motorboote und Wasserscooter sind fast unbekannt.

Entlang der Strände gibt es zahlreiche Bungalows, die eventuell das Prädikat “besonders primitiv bis sehr einfach” verdient hätten. Doch dazwischen haben sich bereits komfortable, klimatisierte Unterkünfte etabliert. Offene Restaurants und schlanke Palmen prägen das Strandbild. Es existieren keine Hotels und andere Hochbauten. Dies ist bestimmt der Tatsache zuzuschreiben, daß Ko Samet Naturschutzgebiet ist. Erforschen Sie die Insel, genießen Sie die Natur, denn ein Nachtleben mit Bars und Diskotheken gibt es nicht.

Ruhe und Entspannung wird groß geschrieben. Verbindungen gibt es mit klimatisiertem Bus alle zwei Stunden zwischen 08.00 und 22.00 vom Bangkok Eastern Bus Terminal, an Sukhumvit Road (gegenüber Ekamai), nach Ban Phe. Fahrtzeit drei Stunden. Normaler Bus nach Rayong, Abfahrt jede halbe Stunde zwischen 04.00 und 20.00. Von Rayong nach Ban Phe halbstündlicher Minibus-Service.

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Thailand

Bangkok Coronavirus Covid-19 in Thailand

Für den einen ist Bangkok eine der faszinierendsten Städte der Welt, für den anderen schlicht eine Zumutung. Ein Puzzle aus vielen planlos zusammengewachsenen Stadtteilen, jeder eine Stadt für sich, mit eigenem Charakter.
Hier Weltstadtatmosphäre zwischen Hochhausfassaden, dort dörfliche Idylle in schmalen Gassen und entlang von Kanälen. Hier Spiegelbild eines Landes mit dem seit Jahren höchsten Wirtschaftswachstum der Welt, dort Inbegriff orientalischer Exotik.

Faszinierend und irritierend zugleich der Zusammenprall von Tradition und Verwestlichung: Geisterhäuschen auf den Dächern zwanzigstöckiger Bankgebäude, religiöse Rituale bei der Eröffnung modernster Boutiquen, heilige Bäume, die den Straßenverlauf be-stimmen.

Bangkok ist Mittelalter und Moderne zugleich – nebeneinander, aufeinander und durcheinander. Was auch immer Sie von einem Bangkokbesuch erwarten, versuchen Sie nicht, die Stadt verstehen zu wollen! Selbst viele Thais haben dies schon längst aufgegeben. Beschränken Sie sich darauf, die Stadt zu erleben – peu à peu, Stadtteil für Stadtteil.

Grundregeln

Jede Stadt verfügt über Sehenswürdigkeiten, die man einfach gesehen haben muß. Bangkok verlangt Ihnen dafür drei bis vier Tage ab. Wer die ganze Stadt entdecken will, benötigt dazu mindestens zwei Monate. Bangkok kann und muß man ohnehin mehrmals besuchen.

Ein Zentrum sucht man vergebens. In der circa 1600 Quadratkilometer großen Stadt (zum Vergleich: Berlin hat eine Fläche von 883 Quadratkilometer) ist jeder Stadtteil ein Zentrum.

Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in der Altstadt, die meisten Hotels einige Kilometer davon entfernt. Dazwischen raubt Ihnen das notorische Verkehrschaos viel Zeit. Wesentlich schneller voran kommen Sie an Wochenenden und Feiertagen. Bei längeren Aufenthalten lohnt sich sogar ein Hotelwechsel, so daß Sie Ihre Zeit intensiver im jeweiligen Stadtteil nutzen können.

Am vierten Tag erleben viele (Erst-) Besucher ihren “Bangkok-koller”. Dann, wenn mitgebrachte westliche Denkraster nicht mehr ausreichen, den Schmelztiegel Bangkok zu verstehen; wenn das (durchaus sehens- und erlebenswerte) Verkehrschaos an die eigene Substanz geht; wenn die Erkenntnis, daß einheimische Stadtplanverleger offensichtlich ebenfalls den Durchblick verloren haben, kein Trost mehr für die eigene Orientierungslosigkeit sein kann. Wer aber den fünften Tag überstanden hat, schafft auch noch fünf Wochen, behaupten Bangkokkenner. Zwischendurch gestatten Exkursionen in die weitere Umgebung eine Erholung von der Großstadt.

Auch wenn Sie kein Freund organisierter Ausflüge sind, sie erleichtern den Einstieg erheblich und helfen viel Zeit zu sparen. Örtliche Reisebüros, Hotels und natürlich die Reiseleiter europäischer Reiseveranstalter bieten über 20 verschiedene Ausflüge an, oft mit deutschsprechenden Guides. Wenn Sie nicht in der Gruppe reisen wollen, arrangiert man für Sie gern auch private Pkw-Touren.

Für Anfänger

Mit den beiden Halbtagesausflügen “Grand Palace Tour” sowie “City and Temple Tour” gelangen Sie ohne unnötigen Zeitverlust zum alten Königspalast und zu den vier bekanntesten Tempeln: Wat Phra Keo (Smaragd-Buddha), Wat Po (Liegender Buddha), Wat Benchamabophit (Marmortempel) und Wat Traimitr (Goldener Buddha). Selbst Kulturmuffel sollten sich diese Glanzstücke thailändischer Tempelbaukunst nicht entgehen lassen.

Eindrücke vom Leben an und auf Bangkoks Wasserwegen vermitteln die “Klong Tour” und die “Rice Barge Cruise”, wobei in der Regel auch der Wat Arun (Tempel der Morgenröte) besucht wird, mit seinem 86 Meter hohen Prang eines der Wahrzeichen der Stadt. Jetzt noch ein Schwimmender Markt und das obligatorische Shopping – und kaum bleibt noch Zeit für die schönen Teakholzgebäude Jim Thompson House sowie Suan Pakkard Palace. Mit ihren Gärten bilden sie Oasen der Ruhe inmitten der Großstadt.

Schwimmende Märkte

Die erste “richtige” Straße Bangkoks wurde 1862 gebaut. Bis dahin – und noch lange danach – fanden alle Transporte auf dem Fluß und den Kanälen, den Klongs, statt. Hier trafen sich frühmorgens die Bäuerinnen und hielten mit ihren Boote die Schwimmenden Märkte ab. Zu Recht wurde Bangkok als “Venedig des Ostens” bezeichnet.

An der linken Flußseite, im eigentlichen Bangkok, sind diese Märkte längst verschwunden. Im Stadtteil Thonburi, einer einst selbständigen Stadt am rechten Flußufer, sind noch zahlreiche Klongs erhalten. Die angebotenen Klong-Touren sind zwar weiterhin interessant, der ehemals Schwimmende Markt beim Wat Sai ist allerdings Souvenirgeschäften gewichen, die auch die wenigen Bäuerinnen in ihren Booten bezahlen – als zugkräftige Fotomotive. Ein Straßenanschluß hat ihren Markt überflüssig gemacht.

Weiter draußen existieren noch einige kleinere authentische Märkte. Individualisten benötigen viel Geduld wegen der Verständigungsprobleme und die richtige Literatur um dorthin zu gelangen. Nur wenige lokale Veranstalter bieten Entdeckertouren durch das Klonggewirr der Vororte an, meist als Rural Canal Tour bezeichnet. Bei Asian Overland Adventures (Tel. 280 0740, Fax 2800741) kann man diese Tour neuerdings auch mit einem Aufenthalt auf einer Plantage verbinden. Gewohnt wird in einem traditionellen Thai-Haus (maximal 12 Gäste).

Für eigene Erkundungen stehen Boote und Fahrräder zur Verfügung, und auf Wunsch führt die Hausfrau in die Geheimnisse der thailändischen Küche ein. (Vorausbuchungen ratsam. Eine Liste deutscher Anbieter ist beim Thailändischen Fremdenverkehrsbüro erhältlich.) Die “Damnoen Saduak Floating Market Tour” führt durch fruchtbare Plantagen zu Thailands größtem Schwimmenden Markt, 110 Kilometer außerhalb der Metropole. Das Zentrum zieht zwar auch viele Touristen an, doch nur wenige Meter davon entfernt findet der Handel auch ohne Souvenirhändler statt.

Fluchtwege

Um dem “Bangkokkoller” zu entfliehen, bieten sich zahlreiche Ausflüge in die Umgebung an. Damnoen Saduak erwähnten wir bereits. Die Tour zur “Brücke am Kwai” sollte die spektakuläre Eisenbahnfahrt über die “Todesbahn” enthalten – hölzerne Viadukte aus dem Zweiten Weltkrieg; mehrtägige Touren beinhalten oft auch Bambusfloßfahrten auf dem Kwai. Der Rose Garden überrascht mit seinen gepflegten Gartenanlagen, die Folklore-Show vermittelt einen Einblick in die Vielfalt thailändischer Kultur. Mit dem Bus oder Schiff geht es zum Sommerpalast Bang-Pa-In und zur 80 Kilometer entfernten Ruinenstadt Ayutthaya, von der UNESCO kürzlich zum Weltkulturerbe erklärt, ein Muß für jeden Asienbesucher.

Etwas Geschichte…

Von 1350 bis 1767 war Ayutthaya die Hauptstadt von Siam. Weiter südlich existierten nur einige kleine Ansiedlungen entlang des Chao Phraya Flusses, unter anderem Thonburi und Baan Makok, ein Chinesen-Dorf. Nach dem Fall von Ayutthaya verlegte General Taksin die Hauptstadt nach Thonburi. Sein Nachfolger, General Chakri, bevorzugte 1782 Baan Makok auf der anderen Flußseite. Dem Palastbau mußten die Chinesen weichen und zogen weiter nach Sampeng, heute ein Teil der Chinatown. Der Gründungsname der neuen Hauptstadt steht mit 158 Buchstaben sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Der Einfachheit halber bevorzugten die Thais den noch heute gebräuchlichen Namen Krung Thep (Stadt der Engel). Ausländer blieben zunächst bei Baan Makok, woraus später Bangkok wurde.

Aus General Chakri wurde König Rama I., der Begründer der noch heute herrschenden Chakri-Dynastie. Ihr verdankt Bangkok seine imposantesten Paläste, Tempel und Befestigungsanlagen, alle zwischen Chao-Phraya-Fluß und dem Klong Phadong Krung Kasem gelegen. Umgeben von Wasser, erstreckt sich hier heute die mehrere Quadratkilometer große Altstadt, deren Kern Rattanakosin Island genannt wird.

…und Kultur

Die bekanntesten Tempel und Paläste in Bangkok besuchen täglich ungezählte Touristen. In mindestens einem Dutzend weite-rer, nicht weniger interessanter Tempel, findet der religiöse Alltag ohne klickende Fotoapparate statt. Besucher sind zwar überall willkommen, doch ist etwas Zurückhaltung beim Fotografieren angebracht, wenn Ihnen am Erhalt der Atmosphäre liegt. Etliche Durchgangsstraßen haben zwar mittlerweile ein modernes Gesicht erhalten, in vielen Altstadtvierteln aber scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. In Handwerksbetrieben beim Wat Saket und Wat Suthat fertigen Familien seit Generationen Almosenschalen und Buddhastatuen.

Im indischen Viertel Pahurat herrscht bunte Bazaratmosphäre, dort erheben sich die sechs Stockwerke des zweitgrößten Sikh-Tempels außerhalb von Indien. In der angrenzenden Chinatown lassen Sie Kulis, Wahrsager und Goldschmiede glauben, im alten Shanghai zu sein. Stärkung bieten die vielen Straßenmärkte, Gar-küchen und Restaurants der Kategorie Geheimtip. (Allabendlich, samstags, sonntags und an Feier tagen sind allerdings die meisten Altstadtgeschäfte geschlossen, ist die Atmosphäre somit eher ent-täuschend).

Die Altstadtviertel sind ideal für Entdeckernaturen, die ausgiebige Spaziergänge nicht scheuen, denn schmale Gassen und Straßengewimmel verwehren Ausflugsbussen den Weg. Die Kunstschätze im Nationalmuseum (donnerstags deutschsprachige Führungen) und den Teakholzpalast Vimanmek (bereits außerhalb der Altstadt gelegen) sollte man sich nach Möglichkeit nicht entgehen lassen.

Erawan-Schrein und Umgebung

Im Umkreis des Erawan-Schreins sind in den letzten Jahren Baulücken geschlossen worden (neue Hotels, Großkaufhäuser und Bürogebäude), so daß einige Stadtviertel zu einem weiteren Zentrum von Weltstadtniveau zusammen gewachsen sind. Konkurrenz also für die etablierten Hotel- und Geschäftsviertel entlang von Silom und Surawongse Road. Doch nirgendwo sonst in Bangkok sind die Grenzen zwischen gestern und morgen fließender als in dem Quadrat, das Phyathai-, Phetburi-, Wireless- und Sarasin-Road bilden. Und mittendrin steht, nie mehr als 20 Gehminuten von den Quadratecken entfernt, der Erawan-Schrein.

Im Schrein der Qualm ungezählter Räucherstäbchen und der Klang alter Musikinstrumente. Davor die Abgaswolke und der Lärm einer nie enden wollenden Blechlawine. Schräg gegenüber die Baustelle des 60stöckigen World Trade Centers. Westlich gestylte Angestellte der nahegelegenen Börse, die im Schrein abergläubischen Ritualen nachgehen.

Garküchen, Marktschreier und Blender im Pratunam-Viertel, Schnäppchenjäger im Siam Square, einheimische und internationale Hautevolee in den Luxusrestaurants und -geschäften an der Rajdamri Road (u.a. auch viele preiswerte japanische Restaurants und internationale Designermode). Thai Pop, Free Jazz, Hard Rock und ausgelassene Tänzer in den zahlreichen Szene-Pubs und -Discos, anmutiges Tai Chi hingegen im Lumpini Park. Die gesamte Palette asiatischer und westlicher Vergnügungs- und Einkaufsmöglichkeiten also, zu Preisen oft weit unter Weltstadtniveau (ausgenommen Foto-, Video- und Computerartikel). Und da fast alles zu Fuß erreichbar ist, bilden die Verkehrsstaus allenfalls noch ein Problem auf den Ausflügen zur Altstadt.

Hotels beim Erawan-Schrein: The Arnoma (Swissôtel), Grand Hyatt, Le Meridien President. Weitere Hotels im StadtvierPhone: Asia, Baiyoke, Hilton, The Imperial, Indra Regent, Novotel, The Regent, Siam Inter-Continental.

Für Nachtschwärmer

Nachtschwärmer sind beileibe nicht auf “sündige” Straßen wie Patpong angewiesen: Zehntausende Restaurants, traditionelle Tanzvor-führungen, Thai-Boxen, Jazz-kneipen und Diskotheken lassen wirklich keine Wünsche offen. Vieles, was in Bangkok geboten wird, hat Weltstadtniveau, vieles ist aber auch einmalig: Das “Tumpnakthai” etwa, mit 3000 Sitzplätzen bis vor kurzem weltgrößtes Restaurant (die ortsansässige Konkurrenz hat mittlerweile mit 4000 Sitzplätzen geantwortet), in dem Kellner große Entfernungen auf Rollschuhen zurücklegen. Die riesigen Seafood-Restaurants mit eigenen Markthallen.

Hilfreiches Info-Material

Ortsprospekte, Stadtpläne, Shopping Guides, Hotelverzeichnisse und Veranstalterlisten sind beim Thailändischen Fremdenverkehrsbüro erhältlich. Kaum ein Verlag, der nicht einen informativen Bangkok-Reiseführer herausgebracht hat (z. B. Polyglott). Für Individualisten und Entdecker-naturen: Thailand-Handbuch von Doring, Loose u.a., Thailand-Reise-Handbuch von W. Leinen und J. Peters sowie Bangkok und Umgebung von R. Krack. Sehr detailliert ist der neue Stadtplan vom Nelles Verlag. Zum besseren Verständnis von Kultur und Sitten: Kultur-Knigge Thailand von R. u. N. Cooper. Bangkoks Buchläden sind Fundgruben.

Empfehlenswert: Nancy Chandler’s Map of Bangkok, sehr hilf-reicher Stadtplan bei Spaziergängen und Einkäufen. Nightlife in Thailand von Al Dingwall u.a., mit über 100 Tips für Bangkok, vom Luxusrestaurant bis zur heimeligen Kneipe, von der traditionellen Tanzdarbietung bis zur modernsten Disco.

Die Entstehungsgeschichte der Patpong Road beschreibt Alan Dawson in Patpong – Bangkok’s Big Little Street. Bei Reiseführern und Stadplänen sollte man auf die neueste Auflage achten.

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Thailand

Chiang Rai Reiseführer in Nordthailand

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Chiang Rai ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in Nordthailand. Offiziell sind innerhalb der Stadtgrenzen etwa 70.000 Bürger registriert, im Ballungsgebiet sind es aber über 450.000. Die von Bergland umgebene Stadt bietet zahlreiche Tempel im typischen nordthailändischen Stil sowie den einzigartigen Weißen Tempel. Außerdem ist sie Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die vom Regenwald bedeckte Bergwelt, zu den Dörfern der sogenannten Bergvölker sowie zum „Goldenen Dreieck“.

Hintergrund

Chiang Rai ist eine der ältesten Städte Nordthailands. Den Chroniken zufolge wurde es 1262/63 von dem legendären König Mangrai, Begründer des nordthailändischen Reichs Lan Na, gegründet. Es diente als dessen erste Hauptstadt, bis er gut 30 Jahre später Chiang Mai (die „neue Stadt“) gründete. Der sagenumwobene Gründungsvater ist auch Namensgeber der Stadt: Chiang Rai bedeutet „Stadt des (Mang-)Rai“. Nachdem die Residenz nach Chiang Mai verlegt worden war, blieb Chiang Rai so etwas wie die zweite Hauptstadt – hier residierten meist die ältesten Söhne des jeweiligen Königs, die im nordöstlichen Teil des Reiches schon das Regieren üben konnten. In Zeiten schwacher Herrscher oder unklarer Thronfolge kam es auch zu zeitweiligen Abspaltungstendenzen Chiang Rais. Mit dem Niedergang des Königreichs Lan Na ging auch die Bedeutung Chiang Rais zurück. Seit 1899 ist sie eine „normale“ Provinzhauptstadt im thailändischen Zentralstaat.

Sicher auch aufgrund der jahrhundertealten Tradition hat sich die Stadt aber ein eigenständiges und besonderes kulturelles Klima bewahrt, das Chiang Rai von anderen thailändischen Provinzhauptstädten gleicher Größe abhebt. Zur lokalen Kultur tragen auch die Umland lebenden sogenannten „Bergvölker“ bei (in der Provinz Chiang Rai gehören über 12 % der Bevölkerung diesen Gruppen an). In letzter Zeit hat man sich zunehmend auf internationalen Tourismus eingestellt. Auf Reisende zugeschnittene Angebote sind hier wesentlich häufiger vertreten als in einer durchschnittlichen thailändischen Provinzstadt, aber noch längst nicht so sehr wie in Bangkok, Chiang Mai oder den Touristengebieten am Meer.

Chiang Rai liegt auf 580 m ü. NN. Das Klima ist merklich milder als in Zentral- oder Südthailand, im Januar sinkt die Temperatur in den Nächten bis auf 12°C. Die Regenzeit setzt etwas eher ein, endet aber auch eher als weiter im Süden; sie dauert hier etwa von Mai bis September.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Nok Air, Thai AirAsia und Thai Lion Air bieten (Stand Juli 2017) hat täglich mehrere Flüge von Bangkok-Don Mueang (DMK) nach Chiang Rai an. Die Flugzeit beträgt 1:15 (Nok Air) bis 1:25 Stunden (Lion Air). Der Standardpreis für eine Strecke beträgt ca. 3000 Baht (Nok Air), bei Lion Air nur 1155 Baht. Sparpreise gibt es ab ca. 790 (Nok Air), 650 (Air Asia) bzw. 1000 (Lion Air) Baht.

Von Bangkok-Suvarnabhumi (BKK) fliegen: Bangkok Airways und Thai Smile (die Regional- und Billigtochter von Thai Airways) je dreimal täglich: bei Smile Standardpreis 3250 THB, Sparpreis ab 1150 THB, “Smile Plus” (Komfortsitz, mehr Gepäck) 4050 THB; bei Bangkok Airways 5000, Sparpreis ab 1200 THB (Stand Juli 2017).

Mit AirAsia gibt es zudem eine Direktverbindung von Hat Yai in Südthailand, mit VietJet Air von Phuket.

Internationale Linienverbindung gibt es zur Zeit nur aus der Volksrepublik China: je zweimal wöchentlich mit China Eastern Air von Kunming in der südchinesischen Provinz Yunnan und mit HK Express von Hongkong, sowie jeweils einmal pro Woche mit Capital Airlines von Haikou auf Hainan und mit Thai Lion Air von Changsha in der Provinz Hunan.

Mit dem Bus

Chiang Rai verfügt über zwei Busbahnhöfe: das ältere in der Innenstadt und das neuere, 6 Kilometer südlich der Stadt gelegene. Beim Kauf der Fahrkarte sollte man sich informieren, wo der Bus abfährt (abhängig von Anbieter und Ziel). Viele Busse mit Endstation Terminal 1 laufen zuerst Terminal 2 an und lassen dort Fahrgäste aussteigen. Zwischen beiden Terminals verkehren Songthaeos für 20 Baht.

Die Fernbusse der staatlichen Busgesellschaft The Transport Co. Ltd. (dreimal täglich je Richtung) benötigen planmäßig 11 Stunden von/nach Bangkok (Busbahnhof Mo Chit). Der Fahrpreis beträgt je nach Wagenklasse 558 bis 868 Baht (Stand Juni 2016). Die private Gesellschaft Sombattour bietet pro Tag und Richtung 11 Busse an, sechs davon fahren vom Busbahnhof Mo Chit ab, die übrigen vom Busbahnhof Vibhavadi. Es gibt zwei verschiedene Routen (über Kamphaeng Phet und Lampang oder über Phitsanulok und Phrae), je nachdem dauert die Fahrt 11 bis 12 Stunden. Die Preise variieren je nach Route und Wagenklasse zwischen 544 und 890 Baht. Vor allem die Busse der höchsten Kategorie (“Supreme”) sind sehr modern und bequem, der Zuschlag lohnt sich also (Stand Juni 2017). Die meisten Busse fahren über Nacht.

Zwischen Chiang Mai und Chiang Rai gibt es praktisch stündlich Busverbindungen der privaten Gesellschaft Greenbus. Die Preise rangieren, je nach Klasse, zwischen 129 und 258 Baht pro Strecke (Stand Januar 2018). Die Fahrtzeit beträgt etwa drei Stunden.

Weitere Direktverbindungen gibt es zwischen Chiang Rai und Mae Sai (an der Grenze zu Myanmar), Chiang Saen und dem „Goldenen Dreieck“ (Dreiländereck Thailand–Laos–Myanmar), Chiang Khong (an der Grenze zu Laos), Fang (Trekkingregion) sowie Phayao und Lampang.

Es gibt auch internationale Busverbindungen aus dem benachbarten Laos: The Transport Co. Ltd. fährt je zweimal am Tag von Chiang Rai in die am Mekong gelegene laotische Grenzstadt Houayxay (Provinz Bokeo) und zurück. In Houayxay besteht Anschluss an Busse von/nach Luang Prabang. Die Fahrt in Bussen der Wagenklasse 2 dauert etwa vier Stunden und kostet je Strecke 220 Baht. Abfahrt in Chiang Rai ist 10.00 und 16.30 Uhr, die Rückfahrt von Houayxay 8.30 und 16.30 Uhr.

Mobilität

Innerhalb der Innenstadt sind alle Wege fußläufig zu bewältigen, denn das eigentliche Zentrum umfasst etwa 3 Kilometer von einem Ende zum anderen. Eine gute Alternative ist das Fahrrad; zwar gibt es keine eigentlichen Radwege, der Autoverkehr ist jedoch recht übersichtlich, sodass das Fahren auf der Straße kein Problem sein sollte.

Innerhalb der Stadt verkehren Songthaeos (umgebaute Pickups mit Sitzbänken auf der Ladefläche), die grob einer Linienführung folgen, ihre Route unter Umständen aber auch den Wünschen der Fahrgäste anpassen. Sie fahren nicht zu bestimmten Zeiten ab, sondern immer dann, wenn genügend Fahrgäste zusammengekommen sind. Individuell kann man sich ein Tuk-Tuk (Motor-Rikscha) nehmen. Es gibt auch ein paar Taxis mit Taxameter, diese sind aber selten anzutreffen. Telefonisch bestellbar sind sie bei der Firma Chiang Rai Taxi unter 053-773477.

Motorräder gibt es in manchen Gästehäusern sowie bei mehreren Vermietungsfirmen entlang der Thanon Chet Yot zu mieten, ab 200 THB pro Tag.

Aktivitäten

  • Eine kostenlose Rundfahrt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt bietet das Touristenbüro täglich (außer samstags) um 9.00/9.30 Uhr und 13.00/13.30 Uhr an. Der schienenlose Touristenbahn startet in der kurzen Straße hinter der Mengrai-Statue, dort befindet sich eine Nebenstelle wo man mit einem Prospekt über die Rundfahrt-Stationen versorgt wird. Allerdings fährt die Bimmelbahn nicht alle aufgeführten Punkte an, sodass die Tour nach einer Stunde beendet ist. Es passen 28 Personen in diesen Bus, wenn alle Plätze belegt sind, wird auch deutlich vor dem geplanten Startzeitpunkt abgefahren. In den Tempelanlagen werden Besichtigungspausen von jeweils etwa 15 Minuten eingelegt. Begleitet wird die Fahrt durch Informationen des Begleitpersonals per Mikrofon und Lautsprecher auf thailändisch mit einigen eingeflochtenen englischen Brocken.
  • geführte Radtour durch das hügelige Umland von Chiang Rai, z.B. mit Chiang Rai Bicycle Tour: 24-Gang-Mountainbikes mit Versicherung, Transfer vom/zum Hotel inkl. – Halbtagestour durch die Dörfer und Reisfelder um Chiang Rai und zum Wat Rong Khun (20–28 km) für 1400 THB (inkl. Lunch und Snacks); Tagestour zu einem Wasserfall und Wat Rong Khun (40–50 km) für 1800 THB (inkl. Lunch und Snacks); Zwei-Tages-Tour nach Mae Sai und zum Goldenen Dreieck (108 km) für 6.500 THB (inkl. Übernachtung und Mahlzeiten).

Die bei Reisenden wohl beliebteste Aktivität im Umland von Chiang Rai ist Trekking. Daher gibt es in der Stadt verschiedene Anbieter, die solche Touren anbieten, z. B.:

Westlich der Stadt gibt es ein Ufer– kein Strand im eigentlichen Sinne, sondern ein flacher Uferbereich, an dem sich eine Reihe von typisch thailändischen Picknickständen und Restaurants entlang ziehen. Jede Bambushütte gehört zu einem “Restaurant”. Die zugehörigen Küchen befinden sich etwas weiter oben auf dem Parkplatz. Gegenüber dem Areal auf der anderen Flussseite befindet sich der Tempel Wat Tham Phra, gut zu erkennen an der Buddhastatue direkt am Fluss. Beide zusammen besuchen ist ohne weiteres nicht möglich, weil es an dieser Stelle weder Brücke noch Fähre gibt. Man muss sich bereits in Chiang Rai an der Mae-Fa-Luang-Brücke für eine Seite des Kok-Flusses entscheiden.

Sicherheit

Chiang Rai kann grundsätzlich als sicher gelten. Problemlos kann man hier auch abends in stillen Seitenstraßen spazieren gehen, ohne sich fürchten zu müssen. Natürlich sollte man trotzdem nicht leichtsinnig sein, seinen Reichtum besonders zur Schau stellen oder Wertgegenstände unbeobachtet lassen. Ein gewisses Problem ist angesichts der Grenznähe der Drogenschmuggel. Davon bekommt man aber als Tourist in aller Regel nichts mit. Selbstverständlich sollte man sich auf keinen Fall auf irgendetwas, das mit Drogengeschäften zu tun haben könnte, einlassen – schließlich werden diese Delikte in Thailand besonders hart bestraft.

Wichtige Nummern und Adressen

Notrufnummern:

  • Notruf: 191
  • Feuer: 199
  • Krankenwagen: 1669
  • Krankenhaus: 053-910600
  • Touristen-Polizei: 053-717779

Gesundheit

Die Stadt Chiang Rai selbst ist kein Malaria-Risikogebiet, die nördlich und westlich gelegenen Berggebiete aber schon. Wer einen Ausflug dorthin vorhat, sollte sich vorher über die gebotenen Prophylaxemaßnahmen informieren.

Englisch sprechende Ärzte und Krankenschwestern findet man in den beiden Privatkrankenhäusern. Beide verfügen über modernstes medizinisches Gerät, komplett ausgestattete Notaufnahmen, chirurgische Abteilungen und Apotheken. Die Behandlungskosten können aber – für thailändische Verhältnisse – etwas höher ausfallen:

Ausflüge

Das Bergland nördlich von Chiang Rai gehört zum sogenannten „Goldenen Dreieck“, das im 20. Jahrhundert für seinen Opiumanbau bekannt war. Maßgeblich auf Betreiben der Königsfamilie wurden die Opiumfelder aber durch Kaffee-, Tee- und Obstplantagen ersetzt, um der Bevölkerung mit diesen Cash Crops eine Alternative zum illegalen Drogenanbau zu bieten. Heute kann man diese Produkte vor Ort verkosten und direkt vom Erzeuger kaufen.

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